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Sony SLT A58 – eine echt spezielle Nutzererfahrung 13

Das ist jetzt ein bisserl off-topic aber doch auch wieder ein gutes Beispiel dafür, wie vielschichtig die Qualität und Nutzererfahrung eines Produkts ist. Bin vor einem halben Jahr von meiner Lumix FZ150 auf die digitale Spiegelreflexkamera Sony SLT A58 umgestiegen. Die A58 ist als Einsteigerkamera gedacht und was die Bedienung und Menüführung angeht, gibt es auch wirklich nix zu meckern ABER… wenn man etwas mehr aus der Kamera rausholen will, beginnt ein Höllenchaos, was Zubehör und Anschlüsse angeht. Nachdem ich selbst stundenlang recherchiert habe, möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen, vielleicht sparts euch ja den einen oder anderen Nerv:

  • Blitz für die A58
  • Fernauslöser für die A58
  • Entfesseltes Blitzen mit Softbox
  • Lightroom Tethering

sony a58 vorne

Blitz für die A58

Eine der größten Hürden im Umgang mit der A58 ist die Frage nach dem passenden Blitz, denn die A58 hat nicht mehr den alten Sony/Minolta Blitzschuh, sondern den neuen ISO-kompatiblen Multi-Interface-Schuh:

sony a58 multi interface shoe

Beim Blitz-Kauf heißt es deswegen aufpassen, denn Blitze, die aktuell als passend für Sony-Kameras beschrieben sind, passen zwar meistens auf den alten Sony/Minolta Schuh, nicht aber auf die A58. Einfacher wird es, wenn die passenden Modelle explizit genannt werden. Die A58 wird hier zwar nie aufgeführt, ein Blitz, der aber z.B. auf die A37 passt, passt definitiv NICHT direkt auf die A58. In dieser Anfangsverwirrung hab ich mir den Metz 52 AF-1 Blitz in der Sony-Variante gekauft:

metz blitz 52 af1

Super Blitz, passt nur leider nicht direkt auf die A58. Hier der Anschluss des Metz:

metz 52 af1 anschluss unten

Man kann diesen Blitz trotzdem nutzen, braucht dazu allerdings den Adapter ADP-MAA von Sony (schlägt mit 30 EUR zu Buche) – der wird uns nachher übrigens noch ganz schön ärgern…:

sony blitz adapter adp maa

Der Anschluss des Adapters unten sieht so aus:

sony adapter adp maa anschluss unten

Blitz zusammen mit Adapter sieht so aus und funktioniert direkt auf der Kamera wunderbar:

metz 52 af 1 mit sony adapter adp maa

Achtung! Mittlerweile gibt es einen weiteren Blitzschuhadapter von Sony mit der zusätzlichen runden Steckerbuchse für externe Blitze (keine Ahnung, wie das genau heißt, dazu schweigt sich die Sony Webseite leider aus – auch ein ganz gewaltiges Manko: echt armselige Webseite und Dokumentation). Und ja: man kann natürlich auch den original Sony-Blitz für 650,- EUR kaufen, der passt auf jeden Fall…

Fernauslöser für die A58

OK, Blitzhürde erst mal genommen. Nächste Anforderung: Fernauslöser für die A58. Wollte ein paar Fotos von mir für den Blog schießen ohne jedes Mal zur Kamera rennen zu müssen. Dachte immer, das sei Standardzubehör für Kameras, nicht so für die A58.

Dummerweise hat die A58 keinen Infrarotsensor mehr, so dass ein klassischer Fernauslöser hier nicht funktioniert. Der Sony-Support empfahl mir das hier: Kabelauslöser für 70,- EUR und sensationell umwerfenden 88cm Kabel oder die Möglichkeit per PC und Remote Camera Control auszulösen. Für meinen Anwendungsfall heißt das, dass ich entweder nur meine dicke Nase in den Blog stellen kann oder auf jedem Bild mein Laptop zu sehen ist. Arghhh…

Zum Glück gibt es seit einigen Wochen die RCCDroid App vom RCCDroid-Team um Bernhard Glensk, die Android-Nutzer zumindest aus der Entfernungsmisere befreit und handlicher ist, als ein Laptop. Zusammen mit zwei Kabeln und dem Smartphone, kann ich mich jetzt zumindest schon 5m von der Kamera wegbewegen – mit dem Kabelgedöns zwar immer noch keine clevere Lösung für Selfies aber immerhin schon mal etwas besser:

sony a58 fernauslöser mit rccdroid pro app2

Für den Anschluss des Smartphones an die Kamera braucht ihr folgende Kabel:

sony a58 fernausloeser kabel

An der Kamera drückt ihr den „Menü“ Knopf. Im Reiter „Einstellungen“ (der mit dem Schraubenschlüssel) geht ihr auf Seite 2 und stellt „USB connection“ auf „PC remote“. Sobald die Kamera angesteckt und eingeschalten ist, könnt ihr über die RCCDroid App die Kamera einstellen und auslösen. Die Bilder werden direkt auf dem Smartphone angezeigt und auch dort gespeichert.

sony a58 fernauslöser mit rccdroid pro app

Kosten: 7,50 EUR für das lange Kabel, 6,- EUR für den Adapter, die Basisversion der App ist kostenlos. Nix 70,- EUR für 88cm…

sony a58 fernausloeser mit rccdroid pro app

Entfesseltes Blitzen mit Softbox

Beflügelt vom Erfolgserlebnis des günstigen Fernauslösers wollte ich das gesparte Geld gleich weiter investieren in eine Softbox und einen Funkauslöser, um für Portraits ein weicheres Licht zu bekommen. Die Softbox hatte ich beim Workshop neulich ausprobiert, super handlich und hochwertig: die SMDV Strobist Speedbox Softbox 60cm . Das Stativ war noch übrig von einem Satz Studioleuchten…

16 SMDV Strobist Speedbox Softbox 60cm

Schwieriger wurde es wieder mal mit dem Blitz. Der Metz mit Adapter passt zwar problemlos in die Halterung der Softbox, fernauslösen funktioniert allerdings nur, wenn auch der interne Blitz der A58 geöffnet ist:

Slave Blitz auslösen über den eingebauten Blitz der A58

  • An der Kamera im P, A, S oder M Modus die „FN“ Taste drücken, „Flash Mode“ auswählen, dann „WL“ für „wireless“ auswählen
  • Eingebauten Blitz der A58 öffnen
  • Am Metz Blitz den Modus „Slave“ wählen.

Geht einfach, hat aber den Nachteil, dass man das Motiv zusätzlich zur Softbox immer auch mit dem eingebauten Blitz anblitzt. Einige Beleuchtungsszenarien, wie z.B. reines Seitenlicht, lassen sich so nicht realisieren.

Slave Blitz auslösen über Funkauslöser
Hier kann der Blitz unabhängig vom eingebauten Blitz der A58 ausgelöst werden. Allerdings braucht man dazu noch eine Funkauslöser. Yeah! Wieder ein Teil, das in Kombination von Sony und dem Multi-Interface-Schuh schwer zu bändigen ist. Nachdem selbst der Fachhändler unschlüssig war, was hier funktioniert, hab ich mal wieder ordentlich viel gelesen:

  • Yongnuo RF-602 funktionieren wohl zwar auf Sony Kameras (siehe Forum hier…), hier sind Sender und Empfänger aber unterschiedliche Geräte. Beim RF-603 kann dagegen jede Komponente Sender oder Empfänger sein.
  • Yongnuo RF-603 funktioniert auf Sony scheinbar nur, wenn man einen Widerstand einlötet (Anleitung hier im Forum) – bevor ich allerdings an was rumlöte, müsste ich mir erst ordentlich einen reinlöten. Definitiv keine Lösung …
  • Am Ende gekauft: Yongnuo RF-603II: die Nikon-Version N1, Canon-Version sollte aber auch funktionieren. Passt ohne Adapter auf die A58, aber…

Yongnuo Blitzausloeser RF 603NII

funktioniert leider nicht mit dem Metz 52 AF-1 in Kombination mit dem Sony Adapter ADP-MAA – Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh…. Im Keller zum Glück noch einen uralten Blitz von der analogen Spiegelreflex gefunden und siehe da, so funktioniert es!

Yongnuo Blitzausloeser mit altem Blitz

Haken an der Sache: der alte Blitz hat genau 0 Einstellmöglichkeiten, d.h. ich muss alles über die Kamera regeln. Mal schauen, wie weit ich damit komme. Falls es jemand hilft: so sieht der Anschluss des alten Blitzes aus, ein einfacher Mittenkontakt:

Anschluss am alten Blitz

Lightroom Tethering

Ja klar, nach all diesen Hardware-Torturen musste es zur Abwechslung dann doch auch mal ein Software-Problem sein: die A58 mit Lightroom tethern (also Fotos direkt nach der Aufnahme auf dem Laptop anzeigen). Eigentlich geht man dazu in Lightroom einfach ins Menü Datei -> Tether-Aufnahme -> Tether-Aufnahme starten. Nicht so mit der A58. Hier muss man zunächst die Software „Remote Camera Control“ von Sony installieren:

Screenshot Sony Remote Camera Control

Die Software kommt in gewohnt armseliger Sony-Gestalt und Funktionalität daher – hab ich aber nicht anderes erwartet, bin ja leidgeprüfter Sony-Kunde mit Laptop und Smartphone und egal, was die an Software liefern, es ist einfach immer übel. Egal…

Um die Fotos jetzt direkt in Lightroom anzuzeigen, geht ihr so vor:

  • Verbindet die Kamera über USB-Kabel mit dem PC/Laptop.
  • An der Kamera unter Einstellungen „PC remote“ auswählen (wie beim Fernauslöser)
  • Gebt im Remote Camera Tool unter „Speichern unter“ einen Ordner an, in den die Fotos direkt von der Kamera importiert werden sollen.
  • In Lightroom öffnet ihr das Menü Datei -> Automatisch importieren -> Einstellungen für automatischen Import.
  • Hier wählt ihr bei „Überwachter Ordner“ den Import-Ordner aus dem Remote Camera Tool aus und kopiert die Bilder an eine beliebige Stelle weiter.

Wenn ihr jetzt ein Foto macht, öffnet es sich direkt in Lightroom. Warum einfach, wenns auch umständlich geht…

Sonstiges Zubehör

Folgendes Zubehör habe ich mir darüber hinaus noch gekauft und bin zufrieden damit:

Objektive

  • Kit-Objektiv 18-55mm
  • Tele: Tamron SP 70-300mm
  • Makro: Sigma 105mm, 1:2,8 DG Makro HSM
  • Weitwinkel: Sigma 10-20mm 1:3,5
  • Sony SAL50F18 1,8 / 50mm SAM

Objektive für Sony a58

Dann noch ein Lastolite Aufheller/Reflektoren Set, einhändig mit 8 verschiedenen Oberflächen:

lastolite einhändiger Aufheller und Reflektor

Und zu guter Letzt noch was, um den ganzen Schlunz zu schleppen: der Lowepro Flipside 400 Fotorucksack. Klasse an dem Rucksack ist, dass man ihn über den Hüftgurt nach vorne drehen kann und man unterwegs so eine Arbeitsfläche zum Wechseln der Objektive hat.

lowepro fotorucksack

Mein Fazit

  • Wenn nochmal jemand die A58 eine Einsteigerkamera nennt, dann tret ich ihn.
  • Sony, wenn ihr eine Einsteigerkamera baut, dann sollte das GESAMTE Handling der Kamera auch für Einsteiger geeignet sein.
  • Wer es gerne exotisch und weltoffen mag, für den ist die A58 bestens geeignet. Ich lese Foren mittlerweile in 4 Sprachen.
  • Die A58 ist eine klasse Kamera aber die Zubehör-, Feature- und Informations-Politik von Sony schränkt den Spaß am Produkt doch schwer ein. Bin halbwegs guter Dinge, dass sich das nach dem Zusammentragen des Equipments legt. Erste Fotos mit der A58 findet ihr hier: https://www.flickr.com/photos/87942234@N00/

ZKM AppArtAward 2013

Ein wenig off-topic aber trotzdem interessant: Vergangenen Freitag war die Verleihung des ZKM AppArtAward 2013 in Karlsruhe.

ZKM AppArtAward 2013

ZKM AppArtAward 2013

Für mich war der spannendste Beitrag „Arart“ die App einer japanischen Künstlergruppe, die den Sonderpreis Augmented Reality Art gewonnen hat. Eine App erweckt statische Bilder zum Leben.

arart Augmented Reality Award
Die Gruppe hat unter anderem einige klassische Gemälde aufbereitet und die Illustrationen aus „Alice im Wunderland“. Wird eines der Bilder von der iPad-Kamera erfasst, beginnt eine Animation abzulaufen.

Schwer zu erklären, muss man selber ausprobieren. Die App gibt es hier: https://itunes.apple.com/jp/app/arart/id594400399. Die Gemälde findet ihr hier: http://arart.info/museum/

Was noch spannend war, war die musikalische Begleitung des Abends durch das DigiEnsemble Berlin – Musik, die nur auf Apps gespielt wird. Matthias Krebs, der Leiter des Ensembles hat in einem Vortrag Musik-Apps kategorisiert und vorgestellt. Spannend, welche Bandbreite es da mittlerweile gibt. Auch das kann man sich besser vorstellen, wenn man es sieht.

Hier ein Beispiel für ein klassisches Stück:

Was Eigenes:

Und hier noch ein Video, in dem man die Technik etwas detaillierter sieht:


Captcha Usability

Jetzt kommen wieder die ollen Web-Kamellen, denkt ihr sicher. Captchas gibt es schon ewig. Jepp, und genau so ewig funktionieren sie schon nicht vernünftig, wie ich die letzten Tage wieder leidvoll erfahren musste – oder kann von euch jemand den ersten Teil dieses Captchas lesen:

Schlechte Captcha Usability

Dieses Captcha wurde mit dem Dienst reCaptcha von Google erstellt, den man recht häufig im Web findet und der mehr schlecht als recht zu bedienen ist. Also lohnt es sich vielleicht doch, ein paar Worte über das Thema zu verlieren…

Captchas („Completely Automated Public Turing test to Tell Computers and Humans Apart“) werden im Web schon seit vielen Jahren verwendet, um automatisierte Spamattacken zu vermeiden. Eingesetzt werden sie vor allem in Anmelde- und Kontaktformularen oder Kommentarfunktionen von Blogs, Gästebüchern und Foren. Genau an diesen Stellen möchte man als Websitebetreiber eine möglichst geringe Abbruchquote haben. Captchas bringen allerdings eine Menge Nutzungsprobleme mit sich, die zu einer höheren Abbruchquote führen:

  1. Captcha? Kenn ich nicht: Vor allem weniger erfahrene Webnutzer wissen nicht, wozu Captchas gut sind. Erläuterungen sind oft wenig hilfreich oder gar nicht vorhanden. Ergebnis: Nutzer brechen den Vorgang ab.
  2. Schlecht lesbar: Selbst ich als (fast) Normalsichtiger habe immer wieder Probleme Captchas zu entschlüsseln.
  3. Accessibility-Probleme: Die ersten Implementierungen von Captchas waren rein bildbasiert, d.h. der Besucher musste eine Zeichenfolge eingeben, die nur in einem Bild angezeigt wurde. Damit wurden die meisten Besucher mit einer eingeschränkten Sehkraft ausgeschlossen.
  4. Komplexe Bedienung: Um die Accessibility-Probleme zu beheben, wurden bildbasierte Captchas durch Zusatzfunktionen erweitert: Widergabe als Audiodatei, Download der Audiodatei, erneutes Laden des Bild-Captchas. Die neuen Funktionen machten die Bedienung allerdings für alle Benutzer komplexer.

Beispiele für akzeptable Captcha Usability

Wenn schon Captchas, dann bitte so, dass sie den Benutzer möglichst wenig behindern.

  • ebay: Zeichenkette ist relativ gut zu entziffern, kurze Erläuterung der Funktion mit weiterführenden Hinweisen, „Captcha“ wird als Begriff vermieden, sekundäre Interaktionselemente sind auf Hyperlinks reduziert, was die gesamte Komplexität reduziert:
    Beispiel gute Captcha Usability ebay
  • Project Honeypot: Aus Benutzersicht ist das hier eine gut zu bedienendes Captcha, weil man die Zeichenkette gut lesen kann. Kenne mich mit den technischen Hintergründen zu wenig aus, würde aber vermuten, dass diese Lösung genau deswegen am einfachsten zu knacken ist. Was hier natürlich fehlt, sind Alternativen zur Bildausgabe.
    Gut lesbares Captcha von Project Honeypot

Einige neue Lösungen ersetzen die Zeicheneingabe durch andere visuelle Interaktionen, wie Drag’n’Drop oder Videoerkennung. Diese schränken aber wie frühe Captcha-Versionen den Benutzerkreis erheblich ein (für ein Beispiel siehe: Beispielseite wCaptcha). Lösungen, die mit Frage-Antwort Kombinationen oder Rechenaufgaben arbeiten, scheinen mir für die breite Masse ebenfalls nicht geeignet.

Alternativen zu Captchas

Captchas müssen nicht mehr sein, zumal dieser Sicherungsmechanismus immer häufiger ausgehebelt wird. Welche Alternativen gibt es?

  • Spamschutz-Lösungen für Blogs: Für WordPress gibt es verschiedene Plugins, um Kommentare auf Spam zu überprüfen. Das altgediente Aksimet Plugin ist zwar sehr wirkungsvoll, scheint aber mit den europäischen Datenschutzrichtlinien nicht vereinbar zu sein (abschließend ist das noch nicht geklärt). Als Alternative gibt es das datenschutz-konforme Plugin Antispam Bee von Sergej Müller.
  • Universell einsetzbare Spamschutz-Lösungen: Diesen Punkt werde ich an meinen technischen Berater zur weiteren Recherche übergeben. 😉 Prinzipiell kann man anhand verschiedener Kriterien darauf schließen, ob ein Mensch oder eine Maschine ein Formular abschickt, z.B. Dauer, die zwischen Öffnen der Seite und dem Abschicken eines Formulars vergeht, wie häufig ein Formular von derselben IP-Adresse verschickt wird, Browser-Interaktion einbauen, versteckte Eingabefelder, u.v.m. Wie wirksam diese Methoden sind, soll sich Christian mal anschauen.

Fazit
Wer Captchas einsetzt, muss sich im Klaren darüber sein, dass er nicht nur Spammer ausschließt, sondern auch echte Interessenten. Für Blogs gibt es die oben genannten Alternativen zur Vermeidung von Spam. Was Kontakt- und Anmeldeformulare angeht, würde ich in der Praxis zunächst das tatsächliche Spam-Aufkommen beobachten. Solange ich auf 10 echte Anfragen 1 Spamnachricht bekomme, kann ich diese noch manuell aussortieren. Wird es mehr Spam, muss eine automatisierte Lösung her. Sobald ich Neuigkeiten zum Thema habe, melde ich mich. Wenn ihr Ideen oder Anregungen habt, immer her damit – per Kommentarfeld ohne Captcha versteht sich. 😉


ACM Case Study: UX Design and Agile: A Natural Fit?

In der aktuellen ACM communications Ausgabe findet ihr ein Interview zum Thema UX in agilen Projekten: ACM Case Study: UX Design and Agile: A Natural Fit? Im Interview: Julian Gosper (UX-Designer) und Jean-Luc Agathos (Software Architekt), die über die Entwicklung des SAP BusinessObjects Explorers (BOx) berichten.

Da ich selbst gerade ein agiles Projekt „durchlitten“ habe, hat mich natürlich brennend interessiert, wie so etwas beim Riesen SAP abläuft. Ein Halbsatz relativ weit am Anfang des Artikels, legt schnell die Vermutung nahe, dass agile Projekte auch hier nicht anders ablaufen als sonst wo:

Although the Polestar team didn’t have the budget to conduct contextual inquiry […]

Projekte gehen also auch bei SAP an den Start, ohne eine Analyse des Umfelds, in dem das Produkt eingesetzt wird und ohne Anforderungsanalyse bei den späteren Nutzern. OK, niemand, der jemals mit einer SAP Oberfläche gearbeitet hat, wird etwas anderes erwartet haben… ;-).

Ich bin trotzdem neugierig, ob ich irgendwelche Informationen darüber finden kann, wie das Produkt beim Endkunden ankommt. Die Menge an Material ist dünn. Die einzige Rezension zum Thema, abgesehen von einer Menge offiziellem Werbematerial, gibt es von mayato.com:
http://www.mayato.com/downloads/Fact_Sheet_BOBJ_Explorer.pdf

„Der BOx selbst ist ein insgesamt gelungenes Werkzeug, dessen Integration in die „klassische“ SAP-Welt trotz kleinerer Brüche, z.B. bei Berechtigungen, Sprachabhängigkeit und Deployment/ Transport, grundsätzlich gut umgesetzt wurde. Allerdings kommen die Vorteile des BOx primär nur in solchen Anwendungsszenarien zum Tragen, in denen große Datenmengen auf relativ einfache Analysebedarfe treffen.[…] Darüber hinaus darf auch nicht übersehen werden, dass die Bereitstellung von Daten für den BOx, insbesondere bei Verwendung der Data Services, weiterhin spezielles Entwickler- bzw. Beraterwissen erfordert. Die Forderung nach unabhängig von der IT-Abteilung realisierbaren Adhoc-Analysen ist somit auch mit diesem Tool nicht uneingeschränkt erfüllbar.“

Eine euphorische Produktbeschreibung hört sich wohl anders an… Spannend wäre es, Meinungen aus erster Hand, direkt von echten Nutzern zu bekommen. Falls es da draußen also Menschen gibt, die mit dem Produkt schon gearbeitet haben, wäre es spannend zu hören, was ihre Erfahrungen sind!

Abgesehen davon finden sich im Interview noch einige spannende Aussagen zu grundlegenden Fragen des User Experience Designs in agilen Projekten:

Wann sollten UX Designer im agilen Projekt einsteigen?

„If you have a good set of user stories that have been agreed upon by the executive members of the project and include clear definitions of the associated workflows and use cases, then the Agile iterative process can begin. […] On the basis of that, both UX interaction designers and the development team should have enough to get going in parallel.“

Dem möchte ich noch hinzufügen, dass UX-Designer den Productowner bereits bei der Definition der User Stories mit Analysen, wie Usability Tests, Fokusgruppen, Interviews oder Umfragen unterstützen sollten.

UX Design bedeutet mehr als nur Oberflächen entwerfen!

„Collaborating closely with development at that stage was appealing in this particular case, however, because some of the directions we were taking with the user interface were likely to have serious back-end implications—for example, the ability of the application to return and reevaluate facets and visualizations with each click.“

„[…] is that Julian [the UX designer] essentially ended up taking on both roles. He acted as a program manager because he knew what the user stories were and how he wanted each of them to be handled in terms of product functionality. He also had a clear idea of how he wanted all of that to be exposed in the UI and how he wanted end users ultimately to be able to interact with the system. That greatly simplified things from my perspective because I had only one source I had to turn to for direction.“

Wie sieht ein Spezifikationsdokument für Oberflächen in agilen Projekten aus?

„Sometimes a set of wireframes supporting a particular use case seemed to be good enough, since most of what I wanted to communicate could be inferred from them. But there were other times when it would have been helpful for me to break things down into more granular specifications.“

Fazit: in so einem zielgerichteten und geordneten agilen Projekt möchte ich auch mal mitmachen. Vielleicht ergibt sich irgendwann ja mal die Chance… 😉


Die UX von Datensicherung und Synchronisierung 3

Uahhh, das Thema Backup hat mich jetzt Tage meines Lebens gekostet! Was ist das mittlerweile bei den riesigen Datenmengen gar nicht mehr so einfach! Dazu noch irgendwelche dubiosen Tools, die alles andere als einen vertrauenserweckenden Eindruck machen. Aber der Reihe nach…

Was bisher geschah:

  1. Der leergesyncte iPod: Ein paar Monate ist es her, da hab ich mir meinen iPod leergesynct, beim Versuch, meine erste im iTunes Store gekaufte Lost-Folge auf den iPod zu übertragen. Kann mich nur noch an eine kryptische Warnmeldung erinnern und dachte mir: „du hast ja nur Video-Sync angeschaltet, da wird schon nix passieren…“ – und leer war das Ding. Seither bin ich gebranntes Kind, was Synchronisierungen angeht (und nein, liebe Apple Leute, ich habe nicht immer alle meine Musik auf meinem Laptop drauf. Meine gerippten CDs sind, pardon, waren nur auf meinem iPod).
  2. Backupdienst Windows 7 Vor 2 Wochen hab ich losgelegt mit diversen Basteleien mit dem Windows 7 Backupdienst und verschiedenen Synchronisierungstools. Die Windows Backup-Lösung funktioniert prima und gibt mir das gute Gefühl, jetzt wenigstens irgendwas an gesicherten Daten in der Hand zu haben. Allerdings trau ich mich nicht, die Daten testweise wieder zurückzuspielen, weil dann garantiert irgendwas kaputt geht. So viel zum Thema Vertrauen… 😉
  3. Die Außer-Haus-Sicherung: Als nächstes gehe ich auf Nummer sicher: ich brenne alle Daten auf DVD mit dem guten alten Nero Express Brenn-Assistenten. Vorteil, die DVDs drück ich demnächst jemand in die Hand, um die Daten außer Haus zu lagern, dann kann auch mal die Hütte abbrennen, ohne dass alles Futsch ist. Jetzt hab ich ist mein Sicherheitsgefühl noch etwas gestiegen. 😉
  4. Ausmisten Das Problem mit den riesigen Datenmenge an Videos, Bildern und meinem alten Uniarchiv bekomm ich in den Griff, indem ich erst mal aufräume. Bilder und Dokumente sortiere ich als allererstes mal durch und schmeiß ganz viel davon weg (Zeitungsabo-Kündigung von 1997 braucht man definitiv nie wieder…). Danach sortiere ich die Daten nach Arbeitsdaten, also Daten an denen sich regelmäßig etwas ändert und Archivdaten, die sich nicht mehr ändern. Die Archivdaten speichere ich jetzt einmalig manuell weg.
  5. Synchronisierung mit PureSync Außer dem Backup hätt ich gern noch eine Sicherung, bei der ich direkt auf die Daten zugreifen kann, also meine Arbeitsdaten synchron auf einem externen Laufwerk haben – gibt mir einfach ein sichereres Gefühl, als so eine verwurschtelte Backup-Date. PureSync soll das können, stellt sich aber im Betrieb zu Anfang etwas wackelig an: erkennt nicht alle externen Festplatten, stürzt am Anfang sehr oft ab, hat ein paar seltsame Einstellungen, die ich nicht verstehe. Nach dem Ausmisten der Festplatte läuft das Ding aber mittlerweile prima.
  6. Aktuelle Arbeitsdaten auf Dropbox: Eine Kopie meiner gerade aktuellen Arbeitsdaten kommt dann noch zusätzlich auf meinen Dropbox-Account, damit ich die Daten auch online zur Verfügung habe. Dropbox ist ein Traum, was Usability angeht und kann von jedem noch so unerfahrenen Benutzer verwendet werden.

UX-Lehre aus dieser Geschichte:

  • Datensicherung ist ein sehr sensibles Thema für Benutzer. Nur der kleinste Funke Instabilität oder Unklarheit in der Bedienung ruft größte Zweifel beim Benutzer vor und führt im Extremfall dazu, dass das Produkt nicht weiter verwendet wird (iTunes habe ich mittlerweile deinstalliert).
  • Synchronisierungen sind ein sehr heikles Thema. Deswegen: wenn etwas gelöscht wird, sag es dem Kunden deutlich! Das macht PureSync zum Beispiel sehr schön: nach dem Vergleich der Daten öffnet sich ein Fenster, indem angezeigt wird, wie viele Daten kopiert und wie viele Daten wo gelöscht werden.
  • Gib dem Benutzer eine deutlich sichtbare Einstellung, um Daten als „Quelldaten: diese Daten niemals automatisch ändern“ zu markieren. Dickes Vorhängeschloss vor meinen Originaldateien.

WordPress@domainfactory bug

Für den Fall, dass der eine oder andere auch darüber gestolpert ist: wer WordPress manuell in sein domainfactory Hosting-Paket installiert, bekommt im Blog keine Bilder angezeigt. Das Problem wird verursacht durch falsche Zugriffsrechte der WordPress-Ordner, in denen die Bilder gespeichert werden.

DF hat mittlerweile zwar einen Foreneintrag zu dem Thema (https://www.df.eu/forum/showthread.php?p=397421), wem allerdings die Aussage „Ändere die Zugriffsrechte auf 750“ so wenig sagt wie mir, hier noch mal der Fix für die DAUs unter uns, die für FTP auch den Windows-Explorer nutzen ;-):

1. Gehe zum wordpress/wp-content Ordner, rechter Mausklick auf den Ordner wp-content. (Jetzt bitte eine Runde Wundern ausschalten) Im Menü den oberen (!) „Eigenschaften“ Eintrag auswählen:

2. Jetzt die Checkbox bei „Gruppe“ „lesen“ aktivieren (rot umrandet im unteren Screen) und „OK“ klicken. Das wiederholt ihr jetzt einfach für alle Ordner, die sich unterhalb des uploads-Ordners befinden (die Jahresordner und darunter die Monatsordner 01-12):