UX Reviews


Sony SLT A58 – eine echt spezielle Nutzererfahrung 13

Das ist jetzt ein bisserl off-topic aber doch auch wieder ein gutes Beispiel dafür, wie vielschichtig die Qualität und Nutzererfahrung eines Produkts ist. Bin vor einem halben Jahr von meiner Lumix FZ150 auf die digitale Spiegelreflexkamera Sony SLT A58 umgestiegen. Die A58 ist als Einsteigerkamera gedacht und was die Bedienung und Menüführung angeht, gibt es auch wirklich nix zu meckern ABER… wenn man etwas mehr aus der Kamera rausholen will, beginnt ein Höllenchaos, was Zubehör und Anschlüsse angeht. Nachdem ich selbst stundenlang recherchiert habe, möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen, vielleicht sparts euch ja den einen oder anderen Nerv:

  • Blitz für die A58
  • Fernauslöser für die A58
  • Entfesseltes Blitzen mit Softbox
  • Lightroom Tethering

sony a58 vorne

Blitz für die A58

Eine der größten Hürden im Umgang mit der A58 ist die Frage nach dem passenden Blitz, denn die A58 hat nicht mehr den alten Sony/Minolta Blitzschuh, sondern den neuen ISO-kompatiblen Multi-Interface-Schuh:

sony a58 multi interface shoe

Beim Blitz-Kauf heißt es deswegen aufpassen, denn Blitze, die aktuell als passend für Sony-Kameras beschrieben sind, passen zwar meistens auf den alten Sony/Minolta Schuh, nicht aber auf die A58. Einfacher wird es, wenn die passenden Modelle explizit genannt werden. Die A58 wird hier zwar nie aufgeführt, ein Blitz, der aber z.B. auf die A37 passt, passt definitiv NICHT direkt auf die A58. In dieser Anfangsverwirrung hab ich mir den Metz 52 AF-1 Blitz in der Sony-Variante gekauft:

metz blitz 52 af1

Super Blitz, passt nur leider nicht direkt auf die A58. Hier der Anschluss des Metz:

metz 52 af1 anschluss unten

Man kann diesen Blitz trotzdem nutzen, braucht dazu allerdings den Adapter ADP-MAA von Sony (schlägt mit 30 EUR zu Buche) – der wird uns nachher übrigens noch ganz schön ärgern…:

sony blitz adapter adp maa

Der Anschluss des Adapters unten sieht so aus:

sony adapter adp maa anschluss unten

Blitz zusammen mit Adapter sieht so aus und funktioniert direkt auf der Kamera wunderbar:

metz 52 af 1 mit sony adapter adp maa

Achtung! Mittlerweile gibt es einen weiteren Blitzschuhadapter von Sony mit der zusätzlichen runden Steckerbuchse für externe Blitze (keine Ahnung, wie das genau heißt, dazu schweigt sich die Sony Webseite leider aus – auch ein ganz gewaltiges Manko: echt armselige Webseite und Dokumentation). Und ja: man kann natürlich auch den original Sony-Blitz für 650,- EUR kaufen, der passt auf jeden Fall…

Fernauslöser für die A58

OK, Blitzhürde erst mal genommen. Nächste Anforderung: Fernauslöser für die A58. Wollte ein paar Fotos von mir für den Blog schießen ohne jedes Mal zur Kamera rennen zu müssen. Dachte immer, das sei Standardzubehör für Kameras, nicht so für die A58.

Dummerweise hat die A58 keinen Infrarotsensor mehr, so dass ein klassischer Fernauslöser hier nicht funktioniert. Der Sony-Support empfahl mir das hier: Kabelauslöser für 70,- EUR und sensationell umwerfenden 88cm Kabel oder die Möglichkeit per PC und Remote Camera Control auszulösen. Für meinen Anwendungsfall heißt das, dass ich entweder nur meine dicke Nase in den Blog stellen kann oder auf jedem Bild mein Laptop zu sehen ist. Arghhh…

Zum Glück gibt es seit einigen Wochen die RCCDroid App vom RCCDroid-Team um Bernhard Glensk, die Android-Nutzer zumindest aus der Entfernungsmisere befreit und handlicher ist, als ein Laptop. Zusammen mit zwei Kabeln und dem Smartphone, kann ich mich jetzt zumindest schon 5m von der Kamera wegbewegen – mit dem Kabelgedöns zwar immer noch keine clevere Lösung für Selfies aber immerhin schon mal etwas besser:

sony a58 fernauslöser mit rccdroid pro app2

Für den Anschluss des Smartphones an die Kamera braucht ihr folgende Kabel:

sony a58 fernausloeser kabel

An der Kamera drückt ihr den „Menü“ Knopf. Im Reiter „Einstellungen“ (der mit dem Schraubenschlüssel) geht ihr auf Seite 2 und stellt „USB connection“ auf „PC remote“. Sobald die Kamera angesteckt und eingeschalten ist, könnt ihr über die RCCDroid App die Kamera einstellen und auslösen. Die Bilder werden direkt auf dem Smartphone angezeigt und auch dort gespeichert.

sony a58 fernauslöser mit rccdroid pro app

Kosten: 7,50 EUR für das lange Kabel, 6,- EUR für den Adapter, die Basisversion der App ist kostenlos. Nix 70,- EUR für 88cm…

sony a58 fernausloeser mit rccdroid pro app

Entfesseltes Blitzen mit Softbox

Beflügelt vom Erfolgserlebnis des günstigen Fernauslösers wollte ich das gesparte Geld gleich weiter investieren in eine Softbox und einen Funkauslöser, um für Portraits ein weicheres Licht zu bekommen. Die Softbox hatte ich beim Workshop neulich ausprobiert, super handlich und hochwertig: die SMDV Strobist Speedbox Softbox 60cm . Das Stativ war noch übrig von einem Satz Studioleuchten…

16 SMDV Strobist Speedbox Softbox 60cm

Schwieriger wurde es wieder mal mit dem Blitz. Der Metz mit Adapter passt zwar problemlos in die Halterung der Softbox, fernauslösen funktioniert allerdings nur, wenn auch der interne Blitz der A58 geöffnet ist:

Slave Blitz auslösen über den eingebauten Blitz der A58

  • An der Kamera im P, A, S oder M Modus die „FN“ Taste drücken, „Flash Mode“ auswählen, dann „WL“ für „wireless“ auswählen
  • Eingebauten Blitz der A58 öffnen
  • Am Metz Blitz den Modus „Slave“ wählen.

Geht einfach, hat aber den Nachteil, dass man das Motiv zusätzlich zur Softbox immer auch mit dem eingebauten Blitz anblitzt. Einige Beleuchtungsszenarien, wie z.B. reines Seitenlicht, lassen sich so nicht realisieren.

Slave Blitz auslösen über Funkauslöser
Hier kann der Blitz unabhängig vom eingebauten Blitz der A58 ausgelöst werden. Allerdings braucht man dazu noch eine Funkauslöser. Yeah! Wieder ein Teil, das in Kombination von Sony und dem Multi-Interface-Schuh schwer zu bändigen ist. Nachdem selbst der Fachhändler unschlüssig war, was hier funktioniert, hab ich mal wieder ordentlich viel gelesen:

  • Yongnuo RF-602 funktionieren wohl zwar auf Sony Kameras (siehe Forum hier…), hier sind Sender und Empfänger aber unterschiedliche Geräte. Beim RF-603 kann dagegen jede Komponente Sender oder Empfänger sein.
  • Yongnuo RF-603 funktioniert auf Sony scheinbar nur, wenn man einen Widerstand einlötet (Anleitung hier im Forum) – bevor ich allerdings an was rumlöte, müsste ich mir erst ordentlich einen reinlöten. Definitiv keine Lösung …
  • Am Ende gekauft: Yongnuo RF-603II: die Nikon-Version N1, Canon-Version sollte aber auch funktionieren. Passt ohne Adapter auf die A58, aber…

Yongnuo Blitzausloeser RF 603NII

funktioniert leider nicht mit dem Metz 52 AF-1 in Kombination mit dem Sony Adapter ADP-MAA – Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh…. Im Keller zum Glück noch einen uralten Blitz von der analogen Spiegelreflex gefunden und siehe da, so funktioniert es!

Yongnuo Blitzausloeser mit altem Blitz

Haken an der Sache: der alte Blitz hat genau 0 Einstellmöglichkeiten, d.h. ich muss alles über die Kamera regeln. Mal schauen, wie weit ich damit komme. Falls es jemand hilft: so sieht der Anschluss des alten Blitzes aus, ein einfacher Mittenkontakt:

Anschluss am alten Blitz

Lightroom Tethering

Ja klar, nach all diesen Hardware-Torturen musste es zur Abwechslung dann doch auch mal ein Software-Problem sein: die A58 mit Lightroom tethern (also Fotos direkt nach der Aufnahme auf dem Laptop anzeigen). Eigentlich geht man dazu in Lightroom einfach ins Menü Datei -> Tether-Aufnahme -> Tether-Aufnahme starten. Nicht so mit der A58. Hier muss man zunächst die Software „Remote Camera Control“ von Sony installieren:

Screenshot Sony Remote Camera Control

Die Software kommt in gewohnt armseliger Sony-Gestalt und Funktionalität daher – hab ich aber nicht anderes erwartet, bin ja leidgeprüfter Sony-Kunde mit Laptop und Smartphone und egal, was die an Software liefern, es ist einfach immer übel. Egal…

Um die Fotos jetzt direkt in Lightroom anzuzeigen, geht ihr so vor:

  • Verbindet die Kamera über USB-Kabel mit dem PC/Laptop.
  • An der Kamera unter Einstellungen „PC remote“ auswählen (wie beim Fernauslöser)
  • Gebt im Remote Camera Tool unter „Speichern unter“ einen Ordner an, in den die Fotos direkt von der Kamera importiert werden sollen.
  • In Lightroom öffnet ihr das Menü Datei -> Automatisch importieren -> Einstellungen für automatischen Import.
  • Hier wählt ihr bei „Überwachter Ordner“ den Import-Ordner aus dem Remote Camera Tool aus und kopiert die Bilder an eine beliebige Stelle weiter.

Wenn ihr jetzt ein Foto macht, öffnet es sich direkt in Lightroom. Warum einfach, wenns auch umständlich geht…

Sonstiges Zubehör

Folgendes Zubehör habe ich mir darüber hinaus noch gekauft und bin zufrieden damit:

Objektive

  • Kit-Objektiv 18-55mm
  • Tele: Tamron SP 70-300mm
  • Makro: Sigma 105mm, 1:2,8 DG Makro HSM
  • Weitwinkel: Sigma 10-20mm 1:3,5
  • Sony SAL50F18 1,8 / 50mm SAM

Objektive für Sony a58

Dann noch ein Lastolite Aufheller/Reflektoren Set, einhändig mit 8 verschiedenen Oberflächen:

lastolite einhändiger Aufheller und Reflektor

Und zu guter Letzt noch was, um den ganzen Schlunz zu schleppen: der Lowepro Flipside 400 Fotorucksack. Klasse an dem Rucksack ist, dass man ihn über den Hüftgurt nach vorne drehen kann und man unterwegs so eine Arbeitsfläche zum Wechseln der Objektive hat.

lowepro fotorucksack

Mein Fazit

  • Wenn nochmal jemand die A58 eine Einsteigerkamera nennt, dann tret ich ihn.
  • Sony, wenn ihr eine Einsteigerkamera baut, dann sollte das GESAMTE Handling der Kamera auch für Einsteiger geeignet sein.
  • Wer es gerne exotisch und weltoffen mag, für den ist die A58 bestens geeignet. Ich lese Foren mittlerweile in 4 Sprachen.
  • Die A58 ist eine klasse Kamera aber die Zubehör-, Feature- und Informations-Politik von Sony schränkt den Spaß am Produkt doch schwer ein. Bin halbwegs guter Dinge, dass sich das nach dem Zusammentragen des Equipments legt. Erste Fotos mit der A58 findet ihr hier: https://www.flickr.com/photos/87942234@N00/

Windows 7 Backup: Irritierende Fortschrittsanzeige

Die Datensicherung beschäftigt mich weiter. Die Tage habe ich das Windows Backup angeschmissen und bekomme folgenden Screen, der mir den Fortschritt der Sicherung anzeigt:

Screenshot Datensicherung im Betrieb

Weil ich der Geschichte immer noch nicht ganz traue, werfe ich, während ich weiter arbeite, immer mal wieder einen kurzen(!) Blick auf die Fortschrittsanzeige:

Screenshot Datensicherung fertig

Nach 4 Stunden wunder ich mich, dass sich die scheinbare Fortschrittsanzeige keinen Millimeter weiter bewegt und gehe natürlich davon aus, dass sich die Sicherung aufgehängt hat (ich trau der ganzen Sache ja immer noch nicht…). Bis ich dann nach seeeeeehr langem Hinschauen feststelle, dass das, was ich für die Fortschrittsanzeige gehalten hatte (der blaue Balken), die Anzeige für die Speicherbelegung auf meiner externen Festplatte ist.

Zwar ist es schön, dass der Designer versucht hat, der alten Speicherplatzanzeige, die es jetzt seit bestimmt 10 Jahren unter Windows gibt, ein Facelift zu verpassen, die Benutzbarkeit sollte an dieser Stelle aber die Hauptrolle spielen. Windows-Benutzer haben sich daran gewöhnt, dass eine Speicherplatzanzeige ein bestimmtes Aussehen hat und auch wenn pink und blau jetzt nicht mehr unbedingt als zeitgemäße Farbkombination gilt, das Ding funktioniert:

Der Dialog sollte im einfachsten Fall also so gestaltet werden, um die beiden Anzeigen klar voneinander unterscheidbar zu machen:

Was das Redesign der Speicherplatzanzeige angeht: sollte sie modernisiert werden, so sollte das Element an allen Stellen ausgetauscht werden und nicht nur punktuell.


Die UX von Datensicherung und Synchronisierung 3

Uahhh, das Thema Backup hat mich jetzt Tage meines Lebens gekostet! Was ist das mittlerweile bei den riesigen Datenmengen gar nicht mehr so einfach! Dazu noch irgendwelche dubiosen Tools, die alles andere als einen vertrauenserweckenden Eindruck machen. Aber der Reihe nach…

Was bisher geschah:

  1. Der leergesyncte iPod: Ein paar Monate ist es her, da hab ich mir meinen iPod leergesynct, beim Versuch, meine erste im iTunes Store gekaufte Lost-Folge auf den iPod zu übertragen. Kann mich nur noch an eine kryptische Warnmeldung erinnern und dachte mir: „du hast ja nur Video-Sync angeschaltet, da wird schon nix passieren…“ – und leer war das Ding. Seither bin ich gebranntes Kind, was Synchronisierungen angeht (und nein, liebe Apple Leute, ich habe nicht immer alle meine Musik auf meinem Laptop drauf. Meine gerippten CDs sind, pardon, waren nur auf meinem iPod).
  2. Backupdienst Windows 7 Vor 2 Wochen hab ich losgelegt mit diversen Basteleien mit dem Windows 7 Backupdienst und verschiedenen Synchronisierungstools. Die Windows Backup-Lösung funktioniert prima und gibt mir das gute Gefühl, jetzt wenigstens irgendwas an gesicherten Daten in der Hand zu haben. Allerdings trau ich mich nicht, die Daten testweise wieder zurückzuspielen, weil dann garantiert irgendwas kaputt geht. So viel zum Thema Vertrauen… 😉
  3. Die Außer-Haus-Sicherung: Als nächstes gehe ich auf Nummer sicher: ich brenne alle Daten auf DVD mit dem guten alten Nero Express Brenn-Assistenten. Vorteil, die DVDs drück ich demnächst jemand in die Hand, um die Daten außer Haus zu lagern, dann kann auch mal die Hütte abbrennen, ohne dass alles Futsch ist. Jetzt hab ich ist mein Sicherheitsgefühl noch etwas gestiegen. 😉
  4. Ausmisten Das Problem mit den riesigen Datenmenge an Videos, Bildern und meinem alten Uniarchiv bekomm ich in den Griff, indem ich erst mal aufräume. Bilder und Dokumente sortiere ich als allererstes mal durch und schmeiß ganz viel davon weg (Zeitungsabo-Kündigung von 1997 braucht man definitiv nie wieder…). Danach sortiere ich die Daten nach Arbeitsdaten, also Daten an denen sich regelmäßig etwas ändert und Archivdaten, die sich nicht mehr ändern. Die Archivdaten speichere ich jetzt einmalig manuell weg.
  5. Synchronisierung mit PureSync Außer dem Backup hätt ich gern noch eine Sicherung, bei der ich direkt auf die Daten zugreifen kann, also meine Arbeitsdaten synchron auf einem externen Laufwerk haben – gibt mir einfach ein sichereres Gefühl, als so eine verwurschtelte Backup-Date. PureSync soll das können, stellt sich aber im Betrieb zu Anfang etwas wackelig an: erkennt nicht alle externen Festplatten, stürzt am Anfang sehr oft ab, hat ein paar seltsame Einstellungen, die ich nicht verstehe. Nach dem Ausmisten der Festplatte läuft das Ding aber mittlerweile prima.
  6. Aktuelle Arbeitsdaten auf Dropbox: Eine Kopie meiner gerade aktuellen Arbeitsdaten kommt dann noch zusätzlich auf meinen Dropbox-Account, damit ich die Daten auch online zur Verfügung habe. Dropbox ist ein Traum, was Usability angeht und kann von jedem noch so unerfahrenen Benutzer verwendet werden.

UX-Lehre aus dieser Geschichte:

  • Datensicherung ist ein sehr sensibles Thema für Benutzer. Nur der kleinste Funke Instabilität oder Unklarheit in der Bedienung ruft größte Zweifel beim Benutzer vor und führt im Extremfall dazu, dass das Produkt nicht weiter verwendet wird (iTunes habe ich mittlerweile deinstalliert).
  • Synchronisierungen sind ein sehr heikles Thema. Deswegen: wenn etwas gelöscht wird, sag es dem Kunden deutlich! Das macht PureSync zum Beispiel sehr schön: nach dem Vergleich der Daten öffnet sich ein Fenster, indem angezeigt wird, wie viele Daten kopiert und wie viele Daten wo gelöscht werden.
  • Gib dem Benutzer eine deutlich sichtbare Einstellung, um Daten als „Quelldaten: diese Daten niemals automatisch ändern“ zu markieren. Dickes Vorhängeschloss vor meinen Originaldateien.

Wacom Bamboo Fun

Ist ja nicht so, dass Grafikdesign zu meinen Kernkompetenzen zählt, allerdings bastel ich doch gern von Zeit zu Zeit mal ein wenig damit rum. Seit längerem liebäugle ich schon mit einem Grafiktablett. Nachdem mir meine lieben Ex-Kollegen einen dicken Amazon-Gutschein zum Ausstand geschenkt haben, hab ich mir das hier gegönnt:

Das Wacom Bamboo Fun Pen & Touch

Hiermit eröffne ich nun auch die erste Kategorie in meinem Blog: UX Reviews. Hier werde ich mit euch teilen, was mir im Alltag an Beispielen gelungener oder weniger gelungener UX begegnet. Die Idee kam mir, als ich das Wacom ausgepackt habe. Das allein hat nämlich schon Spaß gemacht:

1. Verpackung sieht gut aus:

2. Die Verpackung spricht mich sogar freundlich an:

3. Das Produkt sieht klasse aus und fühlt sich prima an (Foto siehe oben)

4. Keine lange Installationsanleitung, sondern nur das Wesentlich (eine Männer-taugliche Anleitung sozusagen… 😉 ):

5. Und dann noch dieses nette Detail: Eine Lasche aus Stoff als Stifthalter. Textilien an technischen Geräten finde ich eine total coole Kombination ;-):

6. Der Produktbereich im Web ist sehr übersichtlich, gut kategorisiert und designer-tauglich gestaltet. Upsell und Selfcare sind auch sehr gut integriert:

Ich würde meinem Ruf als UX-Nörgler nicht gerecht, wenn ich nicht auch noch hier ein paar Haken finden würde… 😉

1. USB-Kabelsalat: Der sieht nicht nur unschön aus, sondern behindert mich auch bei der Platzierung des Geräts auf dem Tisch:

2. Passwortvergabe für den Produktbereich im Web. Hier soll ich ein Passwort mit mehr als 10 (ja zehn!) Zeichen eingeben. Ich kenne niemanden, außer paranoiden Sysadmins, der derart lange Passwörter verwendet. 98% aller Benutzer (Schätzung meines Bauchs) verwenden ohnehin immer dasselbe Passwort, das garantiert nicht länger als 8 Zeichen ist (das Geburtsdatum, falls es nicht „Passwort“, der Vorname, der Nachname oder der Name der Katze ist). Diese Beschränkung sollte man dem Kunden an dieser Stelle nicht zumuten, da es die Wahrscheinlichkeit der Registierung und des erfolgreichen Wiedereinloggens verringert.

Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, wie sich das Gerät bedienen lässt. Kurz gesagt: ungewohnt aber sehr intuitiv. Definitiv nichts, was man ohne Üben hinbekommt. Aber dafür gibt es auch etliche nette Trainingsprogramme auf der beiliegenden CD. Hab gestern während ich telefoniert habe ein wenig gekritzelt (das was ich sonst auf dem Papier nebenbei machen würde 😉 ). Hier die ersten Ergebnisse:

Das erste nenne ich Frau Holle auf dem Donnerbalken:

Danach kam das Alien-Ding:

Und noch was Abstraktes:

Fazit: 6 UX Bonuspunkte, 2 UX Minuspunkte. Insgesamt ein tolles Gerät, dessen sich der Benutzer allerdings erst noch würdig erweisen muss ;-).