Interface Design


Interface Design umfasst alle Schritte, die für die Gestaltung eines Produkts notwendig sind: zum einen grundlegende Überlegungen zum Aufbau des Produkts (Informationsarchitektur und Interaktionsdesign), als auch die detaillierte Spezifikation von Funktionen und Inhalten.

„Kannst du mir mal schnell den Button einbauen?” – Mit dieser Frage nimmt das Verhängnis oft seinen Lauf. Da baut man mal schnell den Button auf eine Website ein und vergisst dabei:

  • den Button in 10 verschiedene Sprachen zu übersetzen
  • ein Fehlerhandling für den Button einzubauen
  • auf die Platzierung des Buttons zu achten
  • die Funktion in der Hilfe zu beschreiben

Sobald Sie es mit einem halbwegs komplexen Produkt zu tun haben, sollten Sie sich von „Bau mir mal schnell ein!” verabschieden. Nicht, weil Ihre Mitarbeiter den Button nicht einfach mal schnell einbauen könnten, sondern weil es auch einen erfahrenen Mitarbeiter ein paar Minuten kostet, die wichtigsten Szenarien durchzuspielen, um alle Seiteneffekte zu berücksichtigen.

Interface Design Scribble mit Axure

Interface Design Scribble mit Axure

Konzipieren heißt: Nachdenken. Nachdenken heißt: Seiteneffekte bedenken, Varianten durchspielen, Alternativen evaluieren und vor allem: sich in den Kunden hineinzuversetzen. Wollen Sie sicher gehen, dass die Lösung gut ist, lassen Sie sie von mindestens einer weiteren Person prüfen. Alles das ist mit „Bau mir mal schnell ein!” nicht möglich, ist aber eine notwendige Voraussetzung dafür, ein gutes Ergebnis zu erhalten.

Die Ergebnisse derartiger Überlegungen werden in einem Interface Konzept für folgende Themenbereiche festgehalten:

  • Anforderungen analysieren: Welches Ziel verfolgt ein Kunde, wenn er das Produkt benutzt und was genau braucht er, um dieses Ziel zu erreichen? Die Anforderungen werden in logische Einheiten zusammengefasst und detailliert ausspezifiziert, unter anderem mit Hilfe der Methoden des Requirement Engineerings.
  • Informationsarchitektur: Ziel einer guten Informationsarchitektur ist es, Informationen schnell und einfach zugänglich machen. Hier werden Fragen beantwortet, wie Informationen gruppiert werden, unter welchen Oberbegriffen sie zusammengefasst und wie tief sie verschachtelt werden. Zentrales Element der Konzeptphase ist diese Analyse für Produkte, die dem Benutzer eine große Menge an Informationen zur Verfügung stellen, wie z.B. Kataloge, Nachrichtenseiten oder Informationsdatenbanken.
  • Navigation: Hier wird festgelegt, wie der Benutzer zu verschiedenen Punkten innerhalb des Produkts gelangt. Auf Webseiten findet sich häufig eine Seitennavigation am oberen oder linken Rand des Fensters. Auf einem Mobiltelefon finden Sie Navigationselemente, die in ein Programm integriert sind (z.B. ein Menü mit den Hauptfunktionen) und Elementen, die als Funktion im Gerät selbst eingebaut sind (z.B. ein Zurück Knopf am Gerät).
  • Interaktionskonzept: Im Interaktionskonzept werden die Grundprinzipien festgelegt, nach denen der Benutzer mit dem Produkt interagiert. Wie funktioniert zum Beispiel die Dateneingabe bei einem Mobiltelefon: per Tastatur, Spracheingabe oder Scanner? Arbeitet eine Software assistenten-basiert oder gibt der Benutzer die Daten über einzige große Eingabemasken ein?
  • Interface Design: Hier erfolgt die Beschreibung der Benutzeroberflächen. Seite für Seite, Funktion für Funktion wird detailliert
    beschrieben, welche Oberflächenelemente wie verwendet werden. Wie gibt der Kunde z.B. ein, aus welchem Land er kommt? Erfolgt die Auswahl über eine Drop-Down Liste oder gibt der Kunde die Daten in ein Textfeld ein?

Das Interfacekonzept besteht am Ende aus einer Sammlung von Anforderungen, Use Case Diagrammen und Use Case Beschreibungen, Seitenabläufen, Seitenstrukturen, Beschreibungen von GUI-Elementen, Fehlerbehandlung u.v.m. Es kann damit als Grundlage für die weitere technische Spezifikation oder auch für die Qualitätssicherung verwendet werden und dient der nachhaltigen Dokumentation Ihres Produkts.


„I try to leave out the parts that people skip.”
Elmore Leonard

Interface Konzept

Leistungen

  • Anforderungsanalyse

    Ich begleite Sie bei der Anforderungsanalyse Ihres neuen Produkts. Wir starten mit einer Sichtung Ihrer bisherigen Ergebnisse und leiten daraus Maßnahmen ab, um die Anforderungen an Ihr Produkt vollständig zu erfassen. Hier kommen Fokusgruppen, Usability Tests und Interviews zum Einsatz.

  • Interfacekonzepte

    Welche Art von Interfacekonzept notwendig ist, hängt von der Art des Produkts und Ihrem Unternehmen ab. Bevor wir mit der Konzeption des Produkts starten, steht deswegen die Frage, welche Anforderungen an das Konzept gestellt werden. Wer soll damit arbeiten? Welche Informationen werden benötigen? Im Anschluss daran können alle fachlichen Themen geklärt werden.

  • Dokumentvorlagen

    Eine Konzeptvorlage macht das Arbeiten in Ihrem Unternehmen effizienter. Ich analysiere Ihre bisherigen Dokumente, stimme die Anforderungen mit allen Beteiligten ab und erstelle daraus eine neue Vorlage.

  • Training

    Für den Bereich Interface Design gibt es folgende Trainingsmodule: Anforderungsanalyse und Requirements Engineering, Interface Design Grundlagen, Interface Konzepte schreiben.

Verwandte Themen

  • Grafikdesign

    Parallel oder im Anschluss an die Interface Konzeptphase wird das Produkt durch das grafische Design abgerundet.
    Mehr zum Thema Grafik- und Screendesign…

  • Styleguides

    Aus Konzepten lassen sich Leitlinien ableiten, die die Entwicklung weiterer Produkte vereinfacht und sicherstellt, dass Ihre Produkte einheitlichen Bedien- und Gestaltungsprinzipien folgen.
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  • Projektleitung & Experten

    Für kleinere Projekte oder den Teilbereich User Experience Design eines größeren Projekts übernehme ich für Sie die Projektleitung. Benötigen Sie noch Know-How für die Umsetzung Ihres Produkts? Ich verfüge über ein großes Netzwerk an Experten, die ich gerne an Sie vermittle.